Wie ich ja schon letzte Woche schrieb, war am Wochenende unser zehnjähriges Abitreffen. Für diesen Zweck hatte ich Anfang des Jahres eine Webseite zusammengezimmert (für den Interessierten: Gehackt in Ruby on Rails) und im Laufe der Zeit meldeten sich mehr und mehr Leute aus dem Jahrgang an. Bis zum Treffen hatten sich 57 Leute auf der Seite registriert, gerade mal sechs Leute haben wir nicht erreicht. Auf der Seite habe ich Dinge wie Terminabstimmung und Anmeldung organisiert, aber es gab auch die Möglichkeit, aktuelle Bilder einzustellen, sowie ein Gästebuch und eine persönliche Infoseite. Meine Mitabiturienten trugen also ein, an welchen Wochenenden sie Zeit hatten und zwei Leute übernahmen dann die Orga vor Ort.
In der Diskussion im Gästebuch kam dann hoch, dass man doch für die, die Lust haben, am Freitag schon ein Warm-Up machen könnte. Was lag da näher, als eine Ehemaligengrotte zu initiieren? Leider erreichte ich den einzigen mr noch bekannten Sozialpädagogen aus dem Internat nicht und so rief ich am vergangenen Dienstag dann einen Lehrer an, von dem ich mir auch sicher war, dass er das unterstützen würde. Und das tat er: Er überzeugte die skeptischen Sozialpädagogen und überredete das Grottenteam, Sonderschichten einzulegen.
Zwar hatten sich für den Freitag dreizehn Leute angesagt, letztlich waren wir aber leider nur sieben. Nichtsdestotrotz war es ein würdiges Warm-Up! Wir tranken laut Hausordnung unsere zwei Bier uns die Hucke voll und unterhielten uns über unsere aktuellen Lebenslagen bzw. lästerten über die bedauernswerten Veränderungen im Internat: Von früheren Bräuchen ist nämlich nichts mehr über. Sogar die Grotte selbst wurde renoviert, sodass nichts mehr an die gute, alte Zeit erinnert. Wie sagte ein Kollege: “Klowände streichen ist wie Bücher verbrennen” — das gilt auch für die Grotte.
Das Grottenteam holte für uns noch Verlängerung heraus. Eigentlich schließt die Grotte um 22:00 Uhr, am Freitag ging sie bis 23:30 Uhr. Für uns aber kein Grund, das Warm-Up zu beenden und so fuhren wir in die nächstgelegene Dorfdisko um dort bis um halb vier noch unseren Spaß zu haben!
Die Nacht war allerdings recht kurz, denn um 10:00 Uhr traf ich mich mit zwei Leuten, um ein Schild, was wir zusammen geplant hatten, aufzustellen. Eine Diplomdesignerin machte mit mir zusammen das Layout, ein Metallbauer schweißte den Rahmen und goß die Fundamente und ein Messebauer kümmerte sich um die Platte und den Druck. Nun musste sich also zeigen, ob schließlich auch alles so zusammenpasst, wie geplant.
Während die anderen beiden sich um das Aufstellen kümmerten, restaurierte ich unseren alten Steinhaufen: Zum Abi waren wir der erste Jahrgang, der sich verewigen wollte, und so brannten wir Ziegel, in die unsere Namen eingraviert waren und stellten sie als Pyramide in den Innenhof. Der Innenhof ist mittlerweile ein Atrium, die Pyramide überlebte aber in Form eines Haufens auf dem Rasen. Die nachfolgenden Jahrgänge stellten Schilder dazu und mittlerweile haben einige Jahrgänge sich so auf dem Gelände verewigt. Die Steine wurden geputzt und zusammen mit einem dazugekommenen Kollegen malte ich dann die Namen neu aus.
Leider schafften wir es nicht mehr, die Steine zu vermauern. Das ist allerdings auch nicht so schlimm, denn einige kaputte bzw. abhanden gekommene müssen eh noch nachgebrannt werden.
Um 15:30 Uhr war schließlich der sehnsüchtig erwartete Sektempfang an der Schule. Nachdem wir uns ersteinmal alle begrüßten, machte der Schulleiter eine Runde über das Gelände: In zehn Jahren hat sich doch so einiges verändert! Im Anschluß an die Führung ging es zu dem Schild, welches wir dann feierlich enthüllten. Da (fast) keiner davon wusste, war es eine Riesenüberraschung für alle. Zwar haben wir nicht das größte Schild, aber garantiert das Schönste!
Leider waren am Nachmittag noch nicht alle angemeldeten Leute dabei, trotzdem ist es schon eine Leistung, dass immerhin (gut) der halbe Jahrgang sich für das Gruppenfoto aufstellen konnte. Diejenigen (vor allem Internats-)Schüler, die noch eine Führung über das Internatsgelände machen wollten, konnten auch dies noch machen. Da ich ja am Vorabend schon in der Grotte war, sparte ich mir das.
Weiter ging es in die Esenser Innenstadt: Da bis zur Feier abends noch viel Zeit war, setzten wir uns am Marktplatz in ein Straßencafé und nutzten die Gelegenheit uns mit denen, die am Vortag noch nicht dabei waren, auszutauschen. Nach der Warnung, dass es auf der Feier keine Steaks zum Sattessen, sondern ‘nur’ Fingerfood geben werde, nutzen einige noch fix die Gelegenheit, sich eine entsprechende Grundlage für den Abend zu schaffen. Die Bestellungen dauerten leider ziemlich lange und so bewahrheitete sich die Befürchtung, dass das letzte Grüppchen nicht mehr trocken vom Marktplatz zur Feierlocation kam.
Am Abend war wieder ein Dutzend Abiturienten dazugestoßen, sodass wir die sagenhafte 2/3 Marke überschritten: 42 von 62 Abiturienten haben wir nach 10 Jahren zusammentrommeln können.
Für Essen und Getränke hatte jeder vor dem Treffen Geld überwiesen und so konnte der Abend unbeschwert über die Bühne gehen. Ein Mitschüler brachte etliche Fotoalben von allen möglichen Parties während der Oberstufe mit und über einen Beamer wurden Videos vom Abischerz, von Abifahrten und vom Abiball gezeigt. Aber natürlich kam auch das Zwischenmenschliche nicht zu kurz. Vor allen Dingen war schön, dass sich nicht nur einmal Grüppchen bildeten, die bis zum Ende des Abends gleich blieben: Es vermischte sich immer mal wieder und so kam man tatsächlich mit fast jedem mal ins Gespräch!
Irgendwann weit nach Mitternacht lichtete sich das Feld zusehends und auch die Inklusivgetränke waren mittlerweile aufgebraucht. Mit einem guten Dutzend, dass schließlich noch übrig war, entschieden wir uns, dass nun noch getanzt werden soll. Wir machten uns also auf in die nächstbestegelegene Disko und feierten dort ausgelassen weiter. Um 5:00 Uhr machte aber auch der Laden zu und so trennten sich schließlich auch unsere Wege.
Alles in allem ein echt klasse Wochenende. Es war schön zu sehen, was aus den Leuten so geworden ist: Einige sind verheiratete und zusammengenommen hat der Jahrgang schon ca. 10 Kinder
. Alte Feindschaften waren ad acta gelegt und es haben Leute richtig ausgelassen gefeiert und sind lange geblieben, von denen man es nicht erwartet hätte. Im Gästebuch unserer Seite stehen mittlerweile Kommentare wie “Tolle Party”, “Absolut spitze” oder “Bin immer noch ganz begeistert”.
Auf der einen Seite schreit es danach zu sagen: “Wir sehen uns nächsten Samstag: Selber Ort, selbe Besetzung”, aber selbst wenn wir dieses Treffen jährlich machen würden, kann es nie so gut werden, wie es jetzt war. Von daher wird die nächste Zusammenkunft in diesem Rahmen dann im Juni 2012 stattfinden — vielleicht als Segeltörn auf dem Eysselmeer.
Kommentare
Wed, 28.12.2011 13:54
Ich verstehe nicht, wo das Pro blem her kam. Bei mir installi erte Ubuntu auf einem Dell- La ptop sofort ohne Problem [...]
Tue, 04.01.2011 08:22
Wow zu Lunik wär ich auch gern gegangen! Könnte euch nen Bericht über Rock im Park näc hstes Jahr liefern, auch [...]
Wed, 19.05.2010 23:37
Wirklich echt schöne Videos vo m A380! Ein tolles Flugzeug!
Thu, 21.01.2010 01:14
Zufällig grade hier gelandet. Du hättest auch über System un d sprachverwaltung gehen könne n sollst sowieso machen [...]
Wed, 20.01.2010 19:55
Eben und aus genau dem zuletzt genannten Grund sind Linux un d ich auch immer noch keine Fr eunde